17. 11. 2017

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Kirche und Staat

Meine Bemerkung im ersten Newsletter zur Kirche bzw. zur Mitgliedschaft bei der Kirche hat verschiedene Reaktionen ausgelöst. Leider haben nicht alle die Ironie daraus gelesen. Für die die mich nicht sehr gut kennen, liefere ich hiermit einige Sätze zu meinem Verständnis des sonnvollen Verhältnisses des Staates zu religiösen Institutionen nach.

Die meisten die mich besser kennen, wissen wo und vor allem wie ich aufgewachsen bin. Meine Erfahrungen mit der kath. Kirche sind mehrheitlich positiven Charakters. Sowohl meine Erfahrungen welche ich in den ersten 14 Jahren meines Lebens in Bosnien hatte, als auch die in der Schweiz. Vor allem hat mich die Arbeit die Haltung und das Wirken der bosnischen Franziskaner stark geprägt. Ich habe erlebt in welcher Breite und Tolleranz eine Glaubensgemeinschaft leben und lehren kann, auf sich und andere Andersdenkende achtend. Und obwohl sie sich immer wieder neuen Staatskonstruktionen anpassen musste, hat sie nie vergessen ihre eigene Kultur, Haltung und Würde zu behalten.

Ich bin und nenne mich weiterhin Christen und bleibe Mitglied der katholischen Kirche, aus folgendem Grund; weil die Kirchen auch Gegengewichte gegen moralischen Verfall bieten und weil sie weiterhin vielen Menschen Halt bieten können.

In der Region in der ich aufgewachsen bin wurde vor einigen Jahren auch im Namen der Religionen getötet. Ich halte mich, nicht nur seit dem letzten Krieg auf der balkanischen Halbinsel, noch mehr am die biblischen Worte von meiner Großmutter interpretiert: gib dem Staat was dem Staat gehört und gib Gott was Gott gehört. Oder in Worten von Helmut Schmidt gesprochen: 'Misstraue jedem Politiker; jedem Regierungs- oder Staatschef der seine Religion zum Instrument seines Machtstrebens macht. Halte Abstand von solchen Politikern, die ihre auf jenseits orientierte Religion und ihre diesseitige Politik miteinander vermischen.` (Schmidt 2011)