21. 02. 2017

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Wer ist Ivica Petrušić

  • Master in Gemeinde- Stadt und Regionalentwicklung MAS
  • Dipl. Sozialarbeiter FH
  • Geschäftsführer okaj zürich, Kantonale Kinder- und Jugendförderung
  • Vorstandsmitglied Verein jugendfilmtage.ch
  • Vorstandsmitglied Verein generationenbeziehungen.ch
  • Sänger bei der "Extrem Bosnian Blues Band"
  • Aargauer Grossrat 2010 bis 2013
  • Einwohnerrat Aarau 2004 bis 2010

„Prizor uzora, ratnog ideala nocna mora. Nagazna mina svakog olovnoga stvora. Beispiel eines Vorbildes, Alptraum jedes Kriegschürenden. Eine Tretmine jedes Kriegstiftenden.“ (aus dem Lied „Filigrane Gehsteige“, von Extrem Bosnian Blues Band, Text by I. Petrusic 2007)

Im Sinne sehr unterschiedlicher Ideologien und Gesellschaftsbilder wurde ich abwechslungsweise gefordert und gefördert. Mein persönliches Zwischen- Fazit: Integrationsprozesse funktionieren nur dann, wenn man ihnen gut dosierte Assimilations- Elemente beifügt.

Die Frühförderung könnte in meinem Fall „franziskaner- titoistisch“ zusammengefasst werden. Etwas das scheinbar nicht zusammenpasst, trifft in meiner Welt aufeinander. In Bosnien, der Teilrepublik des Vielvölkerstaats Jugoslawien, 1977 bis 1990. Jahrhunderte lang versuchen die Franziskaner den christlichen, auf Besitzlosigkeit basierenden Glauben in dieser Region des Westbalkans, wo vor allem viele heidnische Bewegungen erfolgreich waren, zu verankern. Josip Broz `Tito` baut während des zweiten Weltkrieges, innerhalb wenigen Jahren, das sozialistische Konstrukt eines Vielvölkerstaates auf. Auf diesem soll einige Jahre später die sozialistisch föderative Republik Jugoslawien (Südslawien) entstehen (bis 1989). Verschiedene Völker und Religionen leben nebeneinander, zwischendurch miteinander, manchmal auch gegen einander – auf dem Balkan – der Spielwiese der Grossmächte.

Meine Immigration in die Schweiz 1991 brachte den Teenager Ivica in eines der demokratischsten Länder dieser Welt. Das neue Land brachte Freiheit im Denken und Handeln. Nur empfand ich diese anfangs gar nicht so befreiend. Ich war gefordert: zu lernen, mich anzupassen, nicht nur sprachlich, sondern auch sozio- kulturell.

Auswählen können ist eine wunderschöne Errungenschaft der – heute weit verbreiteten – Individualisierung. Nur vergisst man oft, dass nicht alle dafür gemacht sind, egal in welchem gesellschaftspolitischen Konstrukt sie auch leben mögen.

Fremdbeherrschung, Sozialismus, direkte Demokratie… aus allen Forderungen ist vor allem eine Förderung geblieben: Setze dich für deine Ideen und Wünsche ein – immer im Sinne der „Goldenen Regel“! Dies habe ich von meinem Sekundarlehrer gelernt. Oder mit Worten vom Philosophen Robert Pfaller gesprochen: "…wir (müssen) uns zu allererst vom Neid befreien um politisch zu werden. Erst ohne Neid nämlich werden wir fähig, zu kämpfen:– um mögliches und verwirklichbares Glück, nicht um eingebildetes, unmögliches;– um Dinge, die wir wirklich wollen;– um Dinge, bei denen es darauf ankommt, dass wir sie haben, nicht darauf, dass der Andere sie nicht hat;– und schliesslich um grosse, entscheidende Dinge; nicht um kleine.“